ZweitSinn – Ideen zu Möbelmüll auf der imm2010!
Geschrieben von Werner Baumann am 20 Januar, 2010
Vom 19. bis 24. Januar 2010 auf der weltgrößten Möbelmesse, der IMM Cologne, auf dem Stand der TU Dortmund neue Recycling-Ideen.
Gegenstand der diesjährigen Designentwürfe sind Leisten aus ausgemusterten Lattenrosten – ein Sekundärrohstoff, der die Umsetzung überraschender und pfiffiger Designideen erlaubt – und die Abfallmengen reduziert. Jedes Jahr werden mehrere 100.000 Lattenroste produziert. Ein Großteil davon ersetzt gebrauchte Lattenroste, die in der Regel entsorgt und der Müllverbrennung zugeführt werden. Die „Latte“ besteht in der Regel aus Buchenholz, ist trocken, formbar und schadstoffarm und damit ein wunderbarer Rohstoff für nachhaltige Möbelprodukte.

Der Tisch "Mikado" (Designer: Fabian Achterberg) und die Stühle "Schaukelemma" (Designer: Thomas Herzog)
Das ZweitSinn-Netzwerk präsentiert neue Möbel aus diesem Sekundärrohstoff im Sinne eines nachhaltigen oder „green“ Designs. Die bei ZweitSinn verwendeten Materialien werden hinsichtlich Ihrer Einsatzbereiche in funktionaler und ökologischer Hinsicht bewertet und in einer Positivliste von Aufarbeitungsprodukten zusammengefasst, die strengen ökologischen und funktionalen Kriterien genügen. Der Reiz der Aufgabe liegt darin, Materialien konsequent wieder und weiter zu verwenden, die definitiv nicht mehr in einen stofflichen Recyclingprozess einfließen. Der Abfall verliert seinen Müllcharakter und wird zum Rohstoff.
ZweitSinn nutzt konsequent die Vorteile preisgünstiger Rohmaterialien. In diesem Netzwerk, in das Designer, Designstudierende und Schüler über Wettbewerbe ihre Ideen einbringen, werden Möbel in Kleinserien konzipiert und hergestellt. Das ZweitSinn-Netzwerk kooperiert seit einigen Jahren erfolgreich mit dem RecyclingDesignpreis. Die diesjährige imm-Präsentation umfasst mit dem Tisch „Mikado“ auch den Entwurf eines Preisträgers dieses Wettbewerbs.

